Honig ist ein Nahrungsmittel, welches in fast jedem Haushalt zu finden ist. Vielen Menschen ist jedoch gar nicht bewusst dass ihr morgendlicher Brotaufstrich viel mehr zu bieten hat, als nur einen süßen Start in den Tag.

Wie entsteht Honig?

Honig wird von Honigbienen zur eigenen Nahrungsversorgung erzeugt. Die Arbeiterbienen sammeln Nektar, ein zuckerhaltiger Saft von Blütenpflanzen und lagern diese in ihrer Honigblase zwischen. Dort vorhandene Enzyme starten die Prozesse, die einen unreife Form von Honig entstehen lassen. Zurück im Bienenstock wird der Honig an die Stockbienen weitergegeben, die diesen mehrfach umlagern. Bei diesem Prozess werden Säuren, Enzyme und sonstige Eiweiße zu dem Honig hinzugefügt. Schließlich wird der Honig eingedickt, indem ihm Wasser entzogen wird. Der fertig Honig wird in Lagerzellen über dem Brutnest eingelagert, wobei er luftdicht mit einer Wachsschicht verschlossen wird.

Die Geschichte des Honigs

Schon in der Steinzeit wurde Honig als Nahrungsmittel genutzt. Es gibt Höhlenmalereien die Menschen darstellen, die Honig von wilden Bienenvölkern sammeln. Man schätz, dass circa ab 7000 v. Chr. die ersten frühen Imker begonnen haben, gezielt Bienen zu halten um Honig zu ernten. Im Alten Ägypten galt Honig als „Speise der Götter“ und besaß einen hohen Wert. Ein Topf Honig entsprach dem Wert eines Esels.

Hippokrates erzählt dann schließlich von einer heilenden Wirkung des Honigs, er lehrte, dass Honigsalben Fieber senken könne und Honigwasser die Leistung der Athleten bei den olympischen Spielen verbesserte. Auch der Koran spricht dem Honig Heilwirkungen zu.

Vor dem Zucker aus der Zuckerrübe war Honig ein sehr wichtiger Süßstoff. Seit der industriellen Herstellung von Haushaltszucker, spielt er in der Lebensmittelindustrie als Süßungsmittel kaum mehr eine Rolle.

Die antibakterielle Wirkung von Honig bei der Wundheilung

Wie schon weiter oben im Text erwähnt hat Honig ein größeres Potential als nur als Süßungsmittel oder Aufstrich.

Mehrere Studien untersuchten die Wirkung von medizinischem Honig auf Wunden, mit erstaunlichen Ergebnissen. Honig besitzt eine antibakterielle und reinigende Wirkung und fördert das Gewebewachstum.

Eine Studie untersuchte die Wirkung von Honig bei der Therapie von chronischen Wunden. 15 Patienten wurden ausgewählt und mit medizinischen Honig behandelt. Dieser ist eine sterile Mischung verschiedener Honige mit breiter antibakterieller Aktivität. Im Durchschnitt konnte nach vier Wochen festgestellt werden, dass sich eine deutliche Verbesserung der Wundverhältnisse beobachten lies. Nach acht Wochen ließ sich eine 30% Reduktion der Wundfläche beobachten. Die Beobachtung zeigt eine effiziente Wundreinigung sowie eine beschleunigte Wundheilung. Die genau Wirkung soll in einer größeren Studie weiter untersucht werden.

In einem anderen Artikel werden von Ersten Erfahrungen mit der Anwendung von medizinischem Honig bei Problemwunden im HNO-Bereich berichtet. Auch hier sind die Ergebnisse ähnlich positiv. Es konnte eine gute antiseptische Wirkung beobachtet werden, sowie eine sehr gute Anregung zur Bildung von Granulationsgewebe. Es konnte eine deutlich schneller Wundheilung beobachtet werden als mit den üblichen Lokaltherapeutika. Nebenwirkungen konnten ebenfalls nicht beobachtet werden.

Zu beachten ist, dass diese Ergebnisse mit speziell behandelten sterilen medizinschischem Honig, dem sogenannten Medihoney, erreicht wurden und nicht mit dem handelsüblichen Honig aus dem Glas.

Schlussfolgerung

Im Hinblick auf die zunehmende Antibiotika- Resistenzen und dem Bedarf an alternativen Naturheilmittel könnte medizinischer Honig und Propolisprodukte eine wirksame Alternative darstellen. Viele kleine Studien zeigen positive Ergebnisse, die in einer größeren randomisierten Studie untersucht werden sollten. Die Anwendung von Honig in der Wundbehandlung ist eine sehr alte Methode die in Vergessenheit geraten ist, und nun vielleicht wieder mehr in den Fokus der Medizinwelt rückt.

Quellen:

https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:9-001056-7

https://www.egms.de/static/en/meetings/dgch2009/09dgch321.shtml#?

https://www.egms.de/static/en/meetings/hnod2011/11hnod150.shtml#?

https://www.egms.de/static/en/meetings/dgpi2013/13dgpi34.shtml#?

https://de.wikipedia.org/wiki/Honig

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